Aufruf
zum
Antikriegstag
1. September 2010
Nie
wieder Krieg ! Nie wieder Faschismus! Keine Auslandseinsätze!
Waffen
schaffen keinen Frieden, keine Demokratie, keine Sicherheit und keine
Gerechtigkeit.
Die
Menschen in Afghanistan erfahren das jeden Tag. Der dortige Krieg ist
mit militärischen Mitteln nicht zu gewinnen. Lange geheim gehaltene
Papiere belegen, wie schmutzig er ist und wie viele zivile Opfer er
bereits gefordert hat. Die schlimmsten Befürchtungen wurden
übertroffen.
Wir
fordern deswegen mit allem Nachdruck den Bundeswehreinsatz
schnellstmöglich zu beenden und Afghanistan beim Aufbau einer
Zivilgesellschaft zu unterstützen. Dazu gehört dringend die
Unterstützung der afghanischen Frauen sowie der ländlichen
Bevölkerung. Frauen und Kinder brauchen Schutz, die Landbevölkerung
nachhaltige Alternativen zum immer noch viel zu gewinnträchtigen
Mohnanbau.
Wir
fordern Regierung und Parteien auf, den Umbau der Bundeswehr zur
weltweit aktiven Interventionsarmee zu stoppen und an der Wehrpflicht
festzuhalten. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass das Leitbild des
„Staatsbürgers in Uniform“ erhalten werden kann. Eine faktische
Abschaffung der Wehrpflicht ohne breite gesellschaftliche Debatte
lehnen wir entschieden ab.
Das
Leiden von Millionen Menschen auf allen Kontinenten dauert an. Iran,
Irak, Gazastreifen, Liberia, Sudan, Elfenbeinküste, Nigeria,
Tadschikistan, Nordkaukasus, Nordkorea, Kolumbien, Mexiko sind nur
einige der Brennpunkte. Konflikte, Krisen und Kriege werden nur
vermieden, wenn die Verteilung von Wohlstand in und zwischen Staaten
gerechter wird. Die Weltfinanz- und -wirtschaftskrise hat die
Ungleichheit weiter verschärft. Eine ganze Generation ist um ihre
Zukunft gebracht.
Die
Weltwirtschaftskrise hat auch die Ernährungskrise weiter verschärft,
weil mancherorts ausländische Direktinvestitionen geringer wurden
oder ganz wegfielen oder wegen der geschrumpften Budgets der
Entwicklungszusammenarbeit und des Handels.
Armuts-,
Ernährungs- und Klimakrise sind ungelöst und werden immer mehr
Kriege um Ressourcen und mithin mehr Elend nach sich ziehen. Nur
Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit, der Kampf gegen Durst, Hunger
und Ausbeutung sowie das Streiten für sozialen Fortschritt, gerechte
Verteilung und Gewerkschaftsrechte können dauerhaften Frieden
schaffen. Sie sind die Grundlagen für eine friedlichere Welt und
eine gerechtere Wirtschaftsordnung. Sie ist ferner denn je.
Bei
der Abrüstung hat es auch gute Nachrichten gegeben. Ein Erfolg ist
das Abkommen zum Verbot von Streubomben, die zu besonders
verheerenden zivilen Opfern führen. Es ist vor wenigen Wochen in
Kraft getreten. Und wenn die Staatengemeinschaft das Projekt
„Kernwaffenfreie
Zone Nahost“ auf ihre Agenda gesetzt hat, ist das nur zu begrüßen
– schließlich ist diese Region besonders konfliktreich. Somit
bleibt
unsere alte Forderung: Frieden schaffen ohne Waffen! Denn die Gefahr
durch die Verbreitung von Atomwaffen ist nicht gebannt. Iran und
Nordkorea setzen ungeachtet aller internationalen Appelle und
Sanktionen ihre Aufrüstungsprogramme fort. Schließlich fordern wir
die Bundesregierung auf, endlich den Abzug der verbliebenen
Atomwaffen aus Deutschland herbeizuführen.
Nach
den Erfahrungen von Krieg und Faschismus fordert der DGB mit allem
Nachdruck ein Verbot der NPD. Denn die Nazis werden immer perfider,
ihre Tarnung wird besser, die Gerichte verbieten ihre Veranstaltungen
nicht. Alte und neue Nazis haben keinen Platz in unserem Land!
V.i.S.d.P.:
DGB Bundesvorstand, Abteilung Grundsatzangelegenheiten und
Gesellschaftspolitik
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